Jeder normale Motorradfahrer mottet sein Motorrad über den Winter ein. Sobald die Kälte und die glatten Straßen Einzug halten, werden die Zweiräder für den Winterschlaf vorbereitet, doch nicht so für das Eisspeedway. Hier brauchen die Teilnehmer genau das: Eis und noch mehr Eis auf der Straße.

Der perfekte Wintersport für Motorradfreaks

Wer noch nie etwas davon gehört hat, wird sich sehr wahrscheinlich denken, das machen doch nur Verrückte. Doch tatsächlich gewinnt diese Sportart immer mehr an Begeisterung und seit Beginn des Sports in den 20-ern hat sich so einiges geändert. Seit 1964 gibt es sogar eine eigene Weltmeisterschaft für diese adrenalinreiche Sportart.

Eine genaue Historie zum Ursprung des Eispeedways gibt es nicht, vermutet wird jedoch, dass die Russen den Sport erfunden haben, denn vor allem in Russland ist das Eisspeedway besonders beliebt. Hier herrschen die besten Temperaturen für diese spezielle Art von Motorradrennen. Daher ist es auch kein Wunder, dass viele Rennen und Meisterschaften von den Russen angeführt werden. Doch die Teilnehmer sind mittlerweile international und kommen vor allem für die Weltmeisterschaft alle zusammen, um ihr Können zu zeigen.

Die Maschinen des Eisspeedways

Natürlich dürfte jedem Motorradfahrer klar sein, dass an diesen Rennen nicht mit normalen Maschinen teilgenommen werden kann. Nein: Für das Eisspeedway brauchen die Teilnehmer ganz besondere Zweiräder. Die speziellen Maschinen sind vor allem sehr leichte 500 Kubikmeter-Maschinen mit maximal 70 PS. Bei der Teilnahme am Eisspeedway kommt es nicht auf die besonders hohe Leistung des Motorrads an, sondern vielmehr auf die Fahrkünste des Fahrers.

Als weitere Besonderheit werden die Räder bei den Eisrennen mit Spikes versehen. Je nach Vorder- und Hinterrad werden bis zu 350 Spikes pro Reifen angebracht. Diese haben eine maximale Länge von 28 Millimeter und sorgen für einen besseren Grip und somit auch höhere Geschwindigkeiten und eine bessere Beschleunigung. Zusätzlich erlauben die Spikes den Fahrern, sich tiefer in die Schräglage zu begeben. Nicht zu vergessen ist, dass die Maschinen über absolut keine Bremse verfügen. Die einzige Möglichkeit, das Tempo zu regulieren, ist der Gasgriff. Da die Fahrer sich in extreme Schräglagen begeben, wird das Verwenden von Bremsen nur als erhöhtes Unfallrisiko gesehen.

Das Rennen und seine Besonderheiten

Die Höchstgeschwindigkeiten sind hier ganz andere als in normalen Rennen. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 und Höchstgeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern liegen diese weit unter den Geschwindigkeiten von herkömmlichen Rennen. Es gibt Rennstrecken auf präparierten Bahnen, wie auch auf Natureisbahnen, auch die Streckenlänge kann variieren. Sehr üblich sind 400-Meter-Strecken, wobei es sich hier um ovale Rennbahnen handelt.

Während normale Rennstrecken oft über Pufferzonen für Unfälle verfügen, um dem Fahrer keine Hindernisse zu geben, wenn er stürzt, sind die Rennstrecken der Eisspeedways meist mit Polsterzonen ausgestattet. Hierfür werden Strohballen oder auch Schaumstoffwürfel verwendet, das ist vor allem auf Grund des mangelnden Platzes in den verwendeten Eishallen der Fall. Der enge Raum hat jedoch einen großen Vorteil für Zuschauer, denn egal von welchem Platz aus – es kann immer das ganze Geschehen betrachtet werden.

Eisspeedrennen als Teilnehmer

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, kann sich direkt auf die Suche nach einem Club in seiner Nähe machen. Auch in Deutschland gibt es immer mehr Teilnehmer und daher auch vermehrt Wettkämpfe. Hier variieren die Teilnehmer zwischen Anfängern, Fortgeschrittenen und natürlich den Profis. Eines muss natürlich gesagt werden, aller Anfang ist schwer und jeder wird vielleicht einmal Bekanntschaft mit den Strohballen machen, doch wenn man erfolgreich die ersten Runden dreht, dann wird jeder die Faszination am Eisspeedway voll und ganz nachvollziehen können.